In einer Gesellschaft, die wenig Zeit zum Kochen hat bzw. sich diese nimmt, ist der Griff zu Fertigprodukten nur eine logische Konsequenz. Sie erleichtern viel Arbeit und sparen Zeit und Aufwand. Doch leider kostet dies auch deutlich mehr Geld. In einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg verglichen die Experten 14 Originale – also frische Varianten – mit 21 Fertigprodukten. Darunter fanden sich beispielsweise Grillkartoffeln, Schlagsahne, Kaffeegetränke und Dressing für den Salat. Um einen fairen Vergleich zu vollziehen, wurden für die Zubereitung frischer Mahlzeiten auch Energiekosten und Beträge für weitere Zutaten hinzugerechnet.
Für alle 21 Fertigprodukte stellten die Verbraucherschützer höhere Preise fest als für die selbst zubereiteten Speisen. Im Falle einer verzehrfertig geschnittenen Melone war der Preis sogar siebenmal so hoch. Dabei können sich bei einer längeren Lagerung der aufgeschnittenen Frucht Keime bilden. Mindestens doppelt so teuer wie die selbst zubereitete Variante waren insgesamt 15 der 21 Produkte. So zahlt man für 100 Gramm selbst geschlagene Sahne 0,20 Euro, für das Fertigprodukt von Glücksklee 0,62 Euro. Für einen selbst zubereitete Latte Macchiato aus Biomilch und Fair-Trade-Espresso belaufen sich die Kosten für 100ml auf 0,18 Euro. Für 100ml Starbucks Coffee, Seattle Latte dagegen zahlen Verbraucher 0,77 Euro. Darin enthalten sind, anstatt Biomilch, die Zusatzstoffe E501 und E471 sowie eine beträchtliche Menge Zucker. Auch im Salatdressing finden sich neben Zucker auch Geschmacksverstärker. Dafür zahlt man zwischen 0,34 bzw. 0,50 Euro (je 100ml) für ein Halb- oder Voll-Fertigprodukt, das selbst angerührte Dressing kostet im Vergleich dazu nur 0,18 Euro.
Die Anbieter der Fertigangebote lassen sich die Zubereitung ihrer Produkte teuer bezahlen, kritisiert die Verbraucherzentrale Hamburg. Verbraucher, die regelmäßig auf solche Nahrungsmittel setzen, zahlen so bis zu 1.000 Euro mehr pro Jahr für ihr Essen. Dies errechneten die Experten auf Grundlage einer täglichen Differenz von drei Euro zwischen Original und Fertigvariante. Dass damit nicht nur die Haushaltskasse belastet wird, zeigen die oben erwähnten Beispiele an Geschmacksverstärker & Co. Verbraucherschützerin und Ernährungsexpertin Silke Schwartau urteilt, dass anstatt Vielfalt ein Einheitsgeschmack verkauft wird und zwar für eine Menge Geld.
Verbraucher sollten daher gerade beim Erwerb von Fertiglebensmitteln ganz genau die Zutatenliste studieren. So kann man überprüfen, welche Aromen, Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe im Produkt stecken. Leider wird dabei häufig jedoch nicht angegeben, dass in den Fertigprodukten häufig mehr Salz oder Zucker als im Original steckt.